Pain reprocessing therapy / PRT

Gesprächscoaching, um „erlernte“ Symptome wieder zu „verlernen“. Ich biete mein Coaching in meiner Praxis in Bern oder online an – auf Deutsch oder Englisch.

PRT ist eine neue und revolutionäre, wissenschaftlich erprobte Methode, um Schmerzen und andere Beschwerden zu kurieren, die ihren Ursprung in neuronalen Netzwerken des Gehirns haben.

Die Pain Reprocessing Therapy (PRT) basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass viele chronische Schmerzen, sowie andere Beschwerden, nicht auf Gewebeschäden oder Krankheit zurückzuführen sind, sondern auf Fehlinterpretationen von harmlosen Körpersignalen durch das Gehirn. 

Diese sogenannten neuroplastischen Beschwerden sind absolut real und nicht eingebildet. Und dennoch liegt ihr Ursprung nicht im Körper.

Sie quälen sich seit geraumer Zeit, vielleicht schon seit vielen Jahren, mit chronischen Schmerzen / Symptomen durchs Leben, haben sich evtl. schon mehreren schulmedizinischen Untersuchungen unterzogen, aber es will sich einfach keine organische Ursache finden, die sich therapieren ließe?

Dann gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Symptome neuroplastischen Ursprungs sind. Das heißt wohlgemerkt nicht, dass ihre Schmerzen / Symptome bloß „eingebildete Leiden“ darstellen, sondern ihre Symptome sind ganz real, und so real lassen sie sich auch bekämpfen.


PRT – u.a. bekannt aus:

„Unlearn your pain von Dr. Schubiner“

„Wege aus dem Schmerz von Alan Gordon und Alon Ziv“


PRT und LongCovid

In diesem Podcast-Projekt sollen Betroffene, Genesene und Therapeuten eine Stimme bekommen sowie wissenschaftliche Erkenntnisse erörtert werden. Neben dem Nachweis, dass PRT auch Menschen mit Long-Covid helfen kann, wurde darin auch meine Arbeit als PRT – Coach portraitiert. 


Was sind neuroplastische Symptome?

PRT beruht auf Erkenntnissen der Hirnforschung, denen zufolge das Gehirn unbeabsichtigt lernen kann, Schmerzen und andere Symptome hervorzurufen. Das ist der Ursprung des Begriffs „neuroplastisch“. „Neuro-“ bezieht sich auf das Gehirn und andere Teile des Nervensystems; „plastisch“ bedeutet: entwickelt oder verändert. Neuroplastische Beschwerden liegen vor, wenn das Gehirn sich in einer Art und Weise verändert, die Schmerzen und andere Beschwerden verstärkt und/oder erzeugt. Schmerzen können demnach unbewusst „erlernt“, aber auch bewusst wieder „verlernt“ bzw. korrigiert werden.

Die Grundannahme besteht darin, dass körperlich empfundene Beschwerden, wie alle anderen Reiz-Reaktionen des Körpers auch, letztlich Interpretation des Gehirns darstellen. Manchmal beruht diese Interpretation auf somatisch identifizierbaren Zusammenhängen, manchmal handelt es sich dabei aber auch um neuroplastische Symptome, die durch eine darauf abgestimmte Gesprächstherapie behandelt werden können.


Um zu schauen, ob Ihnen PRT helfen kann, wird in den ersten Schritten evaluiert, ob der Ursprung des Schmerzes bzw. der Symptome neuroplastisch oder physisch ist.


Hinweise auf neuroplastischen Schmerz / neuroplastische Beschwerden

Zu den wichtigsten Hinweisen auf neuroplastische Symptome und Schmerzen gehören:

  • Trotz einer qualitativ hochwertigen und gründlichen Untersuchung kann kein eindeutiger körperlicher Ursprung des Symptoms festgestellt werden. 
  • Medizinische Behandlungen sorgen bestenfalls für eine vorübergehende Linderung. 
  • Die Symptome sind während einer stressigen oder emotional herausfordernden Zeit entstanden. 
  • Verschiedene Symptome wechseln sich immer wieder ab. 
  • Es gibt starke Inkonsistenzen darin, was die Symptome verstärkt und was nicht. Es scheint vieles keinen Sinn zu ergeben. 
  • Die Symptome zeigen eine starke Beziehung zu Stress. 
  • Sie denken sehr häufig oder sogar ständig an die Symptome. 

Obwohl es keine verlässliche Checkliste mit einer festen Punktzahl gibt, die eindeutig bestätigt, dass die Schmerzen oder Symptome neuroplastisch sind, ist es auch nicht notwendig, dass alle Punkte auf Sie zutreffen. Manchmal sind es viele, manchmal nur wenige. Diese Fragen sind jedoch ein guter erster Schritt.

Weitere Fragen und Anregungen zur Abklärung HIER.


Was macht man in der PRT Sitzung?

Wir verändern die Art und Weise, wie das Gehirn den Schmerz / die Symptome interpretiert. Dies geschieht auf verschiedenen Ebenen. Um die wichtigsten zu nennen: 

Generelle Regulation des Nervensystems


– Aussteigen aus einem permanenten Alarmzustand rund um die Beschwerden.

– Vielleicht hat der Alarmzustand des Nervensystems und Körpers einmal Sinn ergeben und eine verletzliche Stelle geschützt. Oft bleibt der Stresszustand aber auch nach dem Vorüberziehen der Bedrohung aktiv, ohne dass wir es merken. Dies kann dazu führen, dass Symptome vom Gehirn aufrecht erhalten werden, die inzwischen destruktiv geworden sind.

– Wir arbeiten daran, aus diesem Alarmzustand auszusteigen und dem Gehirn beizubringen, sich sicherer zu fühlen, wenn keine Gefahr besteht. Dadurch interpretiert es bestimmte Signale nicht mehr als Bedrohung und benötigt somit nicht mehr die Sprache des Schmerzes oder anderer neuroplastischer Symptome.

Regulation des Nervensystems – gedanklich und emotional


Dies kann z.B. bedeuten:

– eine neue Erklärung für den Ursprung des Schmerzes zu finden, alte, hinderliche und unkorrekte Erzählungen loszulassen.

– daran zu arbeiten, wie man mit sich spricht und umgeht, wenn die Symptome kommen.

– Abwehr und Verurteilung / Frustration / Wut / emotionalen Stress im Zusammenhang mit dem Schmerz / den Symptomen abbauen und verarbeiten.

– Selbstregulation bei emotionalen Herausforderungen.

– den inneren Dialog konstruktiver gestalten.

– gesunde Ablenkung vom Schmerz und vom Gedankenkreisen.

Regulation des Nervensystems in Anwesenheit der Beschwerden / Expositionstherapie


– sanfte Expositionstherapie

  • Sich den Symptomen und den auslösenden / verstärkenden Triggern bewusst zuwenden und aussetzen aber mit einer bewusst gewählten, neugierigen, positiven und ergebnisoffenen Haltung. Und in gut verdaulichen Schritten.

– frühes Erkennen destruktiven Verhaltens – sowohl im Innen als auch im Außen – und das Entwickeln wirksamer Strategien, um daraus auszubrechen.

– Ressourcen entdecken und nutzbar machen.

– die Angst vor scheinbar gefährlichen Aktivitäten verlieren und wieder mehr Mut fassen.

Fragen:


Wo finde ich wissenschaftliche Arbeiten zur PRT?

Dr Schubiner hat zur wissenschaftlichen Erforschung der PRT viel veröffentlicht. Hier geht es zu einigen Artikeln auf seiner Seite – UNLEARN YOUR PAIN .COM

Über die Boulder Back Pain Study gibt es sogar einen Film.

HIER geht es zum Film


Ich bin hochsensibel und frage mich ob mir PRT helfen kann.

Gerade für hochsensible Menschen halte ich diese Methode für sehr vielversprechend, insbesondere deshalb, weil durch die Erfahrung von Selbstwirksamkeit durch selbst vorgenommene Korrekturen das Selbstbewusstsein und die Resilienz stärkt


Ich habe eine Diagnose und dennoch spricht mich PRT an. Kann meine Problematik strukturelle sowie neuroplastische Anteile haben?

Ja, es ist denkbar, dass ein Teil der Beschwerden organischen Ursprungs ist und ein anderer neuroplastischen Ursprungs, d.h. schulmedizinische Therapieformen und eine PRT können sich sinnvoll ergänzen.


Noch Fragen?

Ich beantworte sie gerne. Einfach melden.


Weitere tolle Videos um neuroplastischen Symptome besser zu verstehen (englisch):